Gartentipp

Gehölzschnitt wird zum Lebensraum

Gehölz wird zum Lebensraum

Gehölzschnitt ist kein Abfall

Wenn wir ihn im Garten belassen, etwa in einer abgelegenen Ecke aufschichten, sparen wir uns den Abtransport oder das Kleinhäckseln und Helfen vor allem vielen Lebewesen, die wir gerne in unserem Garten sehen würden.

Ein Totholzhaufen aus Ästen, Reisig, Tannenzweigen (z.B. vom letzten Weihnachtsbaum) bietet Vögeln, Kleintieren und Insekten Rückzugsraum und geschützte Brutstellen.

Igel und Blindschleichen, die gerne unsere lästigen Schnecken fressen, finden hier einen Unterschlupf. Vögel, die in Hecken brüten wie Zaunkönige, Mönchsgrasmücken, Zilpzalp, Rotkehlchen, Amseln und Heckenbraunellen erfreuen, uns mit ihrem Gesang und vertilgen u.a. fliegende und krabbelnde Insekten, die unseren Pflanzen schaden.

Abgestorbene Baumstämme, Äste oder anderes morsches Holz sind wunderbar geeignet für manche Wildbienen, die hier leicht ihre Brutröhren graben und später unsere Blumen, unser Obst und Gemüse bestäuben.

So kann jeder Gartenbesitzer mit nur wenig Aufwand einen wichtigen Beitrag gegen das fatale Artensterben unserer Zeit leisten.

Wer etwas mehr Zeit investieren will, kann auch eine „Benjes-Hecke“ anlegen, bei der auch künftig anfallender Gehölzschnitt verwertet und die sich zu einem wichtigen Klein-Biotop im Garten entwickeln wird. Dazu rammt man zwei beliebig lange Reihen Pfähle oder entsprechend dicke Äste (ca. 150 cm hoch, im Abstand von ca. 50 cm und zwischen den Reihen von 50 bis 150 cm) in den Boden. Das Holzmaterial wird dort nicht zu fest aufgeschichtet; es sackt im Lauf der Zeit ohnehin zusammen und verdichtet. Pflanzen, die von außen in das Gezweig wachsen oder von Vögeln mit ihrem Kot eingetragen werden, begrünen nach einiger Zeit die Benjes-Hecke.

Wer darauf nicht warten möchte, kann selbst nachhelfen.

Als Saum und wichtiger Übergang zur angrenzenden Wiese oder zum Garten eignen sich – insbesondere auch für Insekten

- an schattigen Stellen: z.B. Kriechender Günsel, Rote Taubnessel, Echtes Lungenkraut, Akelei, Glockenblume, Roter Fingerhut (Achtung: giftig)

- und in sonnigen Lagen: z. B. Blutroter Storchschnabel, Bergflockenblume, Odermennig, Bunte Kronwicke, Bergastern und schmalblättriges Weidenröschen.

Eine solche Hecke sieht nicht nur hübsch aus, sondern wird sich zu einem lebendigen Naturzaun entwickeln und kann zudem als Grundstücksbegrenzung oder Sichtschutz dienen. So wird das Praktische mit dem Nützlichen verbunden und für die Umwelt ein nachhaltiges Biotop entwickelt.

Für die Projektgruppe

Anita Schubert